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Das Leaders Lead On-Demand-Programm:Zewdi

Aktualisiert: 30. Aug. 2023

Das Leaders Lead On-Demand-Programm: Eine Plattform für den Austausch von sozialem Unternehmertum afrikanischer Abstammung in USA


Leaders Lead On-Demand, wie der Name schon sagt, ist ein On-Demand-Führungskräfteentwicklungsprogramm, das sich speziell an Unternehmer, Geschäftsleiter und Innovatoren richtet. Es bietet fundierte Schulungen, effektive Werkzeuge und Ressourcen, um das Wachstum und den Erfolg von Unternehmen voranzutreiben. Im März 2023 hatte ich das Glück, am Leaders Lead On-Demand-Programm teilzunehmen, das sich auf "Soziales Unternehmertum afrikanischer Abstammung" konzentrierte. Das Programm brachte 100 soziale Unternehmer aus der ganzen Welt zusammen und bot eine Plattform für den Austausch, die Weitergabe bewährter Praktiken und die Zusammenarbeit zur Förderung des Internationalen Jahrzehnts der Menschen afrikanischer Abstammung.


 Eine Plattform für den Austausch von sozialem Unternehmertum afrikanischer Abstammung in USA
Das Leaders Lead On-Demand-Programm mit Zewdi

Das Leaders Lead On-Demand-Programm begann in Baltimore, Maryland, wo wir am ersten Tag das Nationalmuseum für afroamerikanische Geschichte und Kultur in Washington, D.C. besuchten. Es war eine unglaubliche Erfahrung, die die Errungenschaften und Beiträge von Afroamerikanern im Laufe der Geschichte zeigte. Im Museum wurde deutlich, wie Afroamerikaner aufgrund ihrer Hautfarbe terrorisiert wurden. Angefangen von der Sklaverei bis heute mussten sie unglaublich viel durchmachen. Trotz allem haben sie ihr eigenes Universum geschaffen und die Welt mit ihrer Kreativität und ihrem Aktivismus sei es durch Musikgenres wie Jazz, Rock oder House. bereichert. Ich lernte auch über die Gullah Geechee-Sprache, die ihren Ursprung in Westafrika hat, genauer gesagt in Guinea, Sierra Leone und Liberia.


Sie brachten den Reisanbau nach Amerika. Wörter wie Gambo, Juju, Yamjigger oder Gumbo, die immer noch in der afroamerikanischen Sprache zu finden sind, waren sehr faszinierend. Darüber hinaus konnte man im Museum auch direkt den roten Faden zum Kontinent Afrika verfolgen und sehen, welchen Einfluss er auf die Identität der Afroamerikaner hat. Besonders interessant war auch die Geschichte der Afroamerikaner, die während des Zweiten Weltkriegs gegen die Nazis kämpften, wie zum Beispiel Vernon J. Baker oder John R. Fox, der die Medal of Honor erhielt. Das Museum bot einen tiefen Einblick in die Geschichte und den Beitrag der Afroamerikaner zur amerikanischen Kultur und zur Weltgeschichte. Es war ein bewegendes Erlebnis, das mir half, die Bedeutung der afroamerikanischen Kultur und ihre Auswirkungen auf die heutige Gesellschaft besser zu verstehen. Die Möglichkeit, die Ausstellungen des Museums zu erkunden gab und auch die Möglichkeit, welche Rolle das soziale Unternehmertum in der afroamerikanischen Geschichte gespielt hat.


Baltimore


Im Baltimore hatten wir die Möglichkeit in eine traditionale Schwarze Universität Morgan Business Center Graves School of Business and Management im dreitägigen Workshop teilzunehmen. Die Morgan State University, gegründet im Jahr 1867, ist eine Forschungseinrichtung, die eine vielfältige Studentenschaft ausbildet und über 140 akademische Programme anbietet, die von Bachelor- bis Promotionsabschlüssen führen.


In diesen drei Workshops hatten wir die Teilnehmer die Gelegenheit zu einer Roundtable-Diskussion mit dem Department of State mit


Zunächst identifizierten wir die Bedürfnisse von Gemeinschaften afrikanischer Abstammung und entwickelten ein Verständnis für die sozialen Probleme, mit denen sie an verschiedenen Orten konfrontiert sind.


Anschließend diskutierten wir Ideen, wie diese identifizierten Herausforderungen durch soziales Unternehmertum angegangen werden können.

Während der Diskussionen wurde deutlich, dass es unterschiedliche Vorstellungen von Identität und Zugehörigkeit zur Gemeinschaft gibt. Einige Teilnehmer, unter anderem aus Mexiko, beschrieben ihre Situation und erzählten den anderen Teilnehmern, dass die mexikanische Regierung die Existenz von Afro-Mexikanern abstreitet und kaum Daten darüber vorliegen, wie viele tatsächlich existieren. Sie wiesen darauf hin, dass die meisten Afro-Mexikaner unter prekären Bedingungen leben.


Diese Erkenntnisse verdeutlichten die Notwendigkeit, für die Anerkennung und Unterstützung von marginalisierten Gemeinschaften einzutreten und ihre Bedürfnisse zu adressieren. Der Workshop bot eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen und Perspektiven, um innovative Lösungsansätze Nutzung von Künstliche Intelligenz, Daten und Technologie für das Gemeinwohl, Finanzierung zu entwickeln und soziales Unternehmertum als Werkzeug für positive Veränderungen in den betroffenen Gemeinschaften zu nutzen. Es war beeindruckend zu sehen, wie Teilnehmer aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen Hintergründen ihre Erfahrungen teilten und gemeinsam nach Lösungen suchten. Dieser Workshop hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, Zusammenarbeit und Solidarität zwischen verschiedenen Gemeinschaften aufzubauen, um gemeinsame Ziele der Gleichberechtigung, der Anerkennung und des sozialen Fortschritts zu erreichen.



Danach schauten wir uns eine Filmvorführung und eine Podiumsdiskussion mit den Protagonisten von "Descendant" (2022) an. Der Film und die Diskussion waren von großer Bedeutung für die globale afrikanische Diaspora und den Kampf für Gerechtigkeit. "Descendant" ist ein historischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2022 unter der Regie von Margaret Brown. Der Film erzählt die Geschichte von Africatown in Alabama und den Nachkommen der letzten bekannten versklavten Afrikaner, die an Bord der Clotilda in die Vereinigten Staaten gebracht wurden. Während der Filmvorführung erfuhr ich schockierende Details darüber, dass einige der versklavten Menschen direkt aus Benin kamen und von den Agojie-Kriegern verkauft wurden. Dies unterstreicht die grausame Realität der Sklaverei und die direkten Verbindungen zwischen der afrikanischen und afrikanisch-amerikanischen Geschichte. Der Film "Descendant" gibt diesen Nachkommen eine Stimme und erzählt ihre Geschichten auf bewegende Weise.


Die anschließende Podiumsdiskussion war eine wertvolle Gelegenheit, um über die Bedeutung des Films zu diskutieren und die Auswirkungen der Sklaverei auf die heutige Gesellschaft zu reflektieren. Die Protagonisten des Films teilten ihre persönlichen Erfahrungen und ihr Engagement für die Aufarbeitung der Vergangenheit, die Anerkennung der Leiden ihrer Vorfahren und den Kampf für Gerechtigkeit und Gleichstellung.


Es war zutiefst beeindruckend zu sehen, wie dieser Film das Bewusstsein für die historischen Ereignisse und die anhaltenden Auswirkungen der Sklaverei schärfte. Er zeigte auch die Kraft der Kunst und des Films als Mittel, um Geschichten zu erzählen, die oft übersehen oder unterrepräsentiert sind. Die Filmvorführung und die Podiumsdiskussion haben uns alle dazu ermutigt, weiterhin für Gerechtigkeit einzutreten, die Geschichte zu würdigen und die Nachkommen der versklavten Afroamerikaner zu unterstützen sowie die komplexe Beziehung zum afrikanischen Kontinent zu verstehen. Es ist von entscheidender Bedeutung, solche Geschichten zu erzählen, um ein besseres Verständnis für die Vergangenheit und die Verbindung zur afrikanischen Diaspora zu entwickeln und uns für eine gerechtere und inklusivere Zukunft einzusetzen.


Der Film "Descendant" hat uns daran erinnert, dass der Kampf für Gerechtigkeit und die Anerkennung der Würde aller Menschen niemals enden darf.


Wir entschieden uns, eine Führung namens "Baltimore Black History Tour" zu buchen, um mehr über die Stadt zu erfahren. Während der Tour besuchten wir den Fredrick Douglas-Isaac Myers Maritime Park, die Orchard Street (einen historischen Teil der Underground Railroad), die Billie-Holiday-Statue und die Ave-Bäckerei. Baltimore ist eine Stadt, in der überwiegend schwarze Menschen leben, und sie hat aufgrund von Gentrifizierung viele Nachteile erlebt. Unser Führer erzählte uns von Fredrick Douglas, einem ehemaligen Sklaven, der später ein Abolitionist und Schriftsteller wurde. Er prägte die Stadt Baltimore und setzte sich für soziale Wohnungen für schwarze Menschen ein, um das prekäre Leben vieler zu unterstützen. Darüber hinaus erfuhren wir von der tragischen Kindheit von Billie Holiday und ihrem bekanntesten Lied "Strange Fruit", das zum ersten Mal die Unterdrückung der Schwarzen in den USA offen anprangerte. Dieses Lied wurde zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung und verdeutlichte die Lynchmorde und die Diskriminierung durch die sogenannten Jim-Crow-Gesetze. Die Tour war äußerst aufschlussreich und ermöglichte uns einen tieferen Einblick in die Geschichte und die Herausforderungen der schwarzen Gemeinschaft in Baltimore.


Nach Baltimore die Teilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Zwei Gruppen reisen nach New Orleans, Louisiana, und teilen sich auf die von der Southern University New Orleans (SUNO) und der Xavier University of Louisiana (XULA). Eine Gruppe reist nach Atlanta, Georgia, zu einem von der Spelman University organisierten Programm.


Atlanta


Auf meiner weiteren Reise führte mich der Weg nach Atlanta, Georgia, auch bekannt als das "schwarze Hollywood" der Welt und eine Stadt des schwarzen Erfolgs. Es war auch der Geburtsort von Martin Luther King. Es war ein unglaublich schönes Gefühl, in eine Stadt zu kommen, die überwiegend von Schwarzen bewohnt wird und geprägt ist von Erfolg und Frieden. Die Menschen waren unglaublich nett, und man nannte es hier die "southern hospitality". Als ich gefragt wurde, woher ich komme, antwortete ich "Deutschland". Zu meiner Überraschung erzählte mir eine ältere schwarze Dame, die im Hotel arbeitete, dass sie selbst 1970 wegen ihres Mannes in Deutschland war. Ihr Mann war GI, und sie erzählte mir: "Die Deutschen waren so nett und freundlich. Ich habe schöne Erinnerungen an das Land. Damals war ich auch schwanger." Sie fragte mich, ob ich Deutschland mag und mich dort wohl fühle. Ohne zu zögern, antwortete ich ihr, dass ich lieber hierbleiben würde.



Während unseres Aufenthalts in Atlanta haben wir mit dem Atlanta Partnership for Southern Equity (PSE) zusammengearbeitet, einer Organisation, die sich für politische und institutionelle Maßnahmen einsetzt, um Chancengleichheit zwischen den Rassen und gemeinsamen Wohlstand für alle in der wachsenden Metropole Atlanta und im amerikanischen Süden zu fördern. Anschließend besuchten wir The Gathering Spot ATL, einen erstklassigen Networking-Veranstaltungsort, der Menschen zusammenbringt, um Innovation und Unternehmertum zu fördern. Dort trafen wir unter anderem auf Kwanza Hall, einen ehemaligen Kongressabgeordneten der Vereinigten Staaten und Stadtrat von Atlanta. Er lehrte uns, wie man die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und benachteiligten Gemeinschaften fördert. Seine Anleitung gab uns praktische Einblicke in die Veränderung des rechtlichen Rahmens zum Wohl der Allgemeinheit und die Kraft des Networking für das Gemeinwohl.


Anschließend besuchten wir den Martin Luther King Jr. National Historical Park und betraten sein Geburtshaus. Es war beeindruckend, in diesem wunderschönen, recht großen Haus zu sein. Martin Luther King wuchs in einer Zeit der Rassentrennung auf, in einer wohlhabenden und politisch engagierten Familie. Sein Großvater gründete die erste High School für schwarze Menschen in Atlanta, da sie zu dieser Zeit keinen Zugang zu High-Schools oder Universitäten hatten. King träumte trotz des Hasses, dem er begegnete, von Gleichheit und wurde vom Schicksal an die Spitze der modernen Bürgerrechtsbewegung geführt. Wir wandelten in seinen Fußstapfen und hörten seine Stimme in der Kirche, wo er Herzen und Köpfe bewegte und ein Instrument für den sozialen Wandel war.



Die Führerin in seinem Geburtshaus erzählte uns, dass er in einem wohlhabenden Zuhause aufgewachsen ist, entgegen der Vorstellung, dass er arm war. Sie erzählte mir auch von ihrer eigenen Erfahrung als Soldatin in Deutschland im Jahr 1960, und als ich sie fragte, wie es für sie war, während der Bürgerrechtsbewegung aufzuwachsen, antwortete sie, dass sie eines Tages zur Schule ging und alle zu Demonstrationen gingen, während sie voller Angst zu Hause blieb. Später erzählte uns einer der Teilnehmer, dass er einen Neffen von Martin Luther King kannte, der in derselben Gegend als Polizist arbeitete. Er rief ihn an und er kam, um uns zu begrüßen. Wir waren beeindruckt von seiner Bodenständigkeit, und er erzählte uns, wie er auf seine eigene Art das Erbe seiner Familie weiterführt.


Nach unserer Tour durch Martin Luther King park fuhren wir an nächsten Tag zum Spelman College, einer historisch schwarzen Universität und weltweit führend in der Ausbildung von Frauen afrikanischer Abstammung. Das College widmet sich akademischer Exzellenz in den freien Künsten und Wissenschaften sowie der intellektuellen, kreativen, ethischen und persönlichen Entwicklung seiner Studentinnen. Wir erhielten eine Führung durch das College und erfuhren dabei, wie traditionelle schwarze Universitäten entstanden sind. Sie entstanden aus der Notwendigkeit heraus, da schwarze Menschen vom Bildungssystem ausgeschlossen waren, und schwarze Gemeinschaften ihre eigenen Universitäten gründeten. Es war ein mulmiges Gefühl zu erfahren, dass an dieser Universität der erste Brunnen stand, an dem schwarze Menschen trinken durften. Anschließend hatten wir die Möglichkeit, uns mit Lavonya Jones, der Direktorin des Georgia Social Impact Collaborative, Dr. Regine Jackson, der Dekanin für Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Medien und Kunst, Professorin für Soziologie, Dr. Sher R. Gibbs, dem Dekan für Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften, und Dr. Jenny Jones, der Dekanin und Professorin an der Whitney M Young Jr School of Social Work (CAU), über den sozialen Einfluss auszutauschen.


Copyright Spelman College

Nach unserem Besuch am Spelman College führte uns die Reise zum Morehouse College, einem privaten Männer-College in Atlanta, Georgia. Das Morehouse College ist eines der historischen afroamerikanischen Colleges und Hochschulen und durfte während der Zeit der Rassentrennung ausschließlich von Afroamerikanern besucht werden. Heute ist es eine der vier verbleibenden traditionellen Männerschulen in den Vereinigten Staaten. Besonders bekannt ist das Morehouse College als Bildungsstätte des späteren Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. Er studierte Soziologie und wurde dort von Walter P. Chivers in die Problematik der Rassentrennung eingeführt. Bei George D. Kelsey, dem Leiter der 'School of Religion', lernte er von Mahatma Gandhis gewaltfreiem Widerstand. Das College beherbergt eine Sammlung von Martin Luther King Jr., die Materialien von 1944 bis 1968 umfasst, darunter handschriftliche Notizen, Manuskripte seiner Reden und Gottesdienste. Es war beeindruckend, diese Sammlung zu sehen und die Geschichte des College-Studenten Martin Luther King Jr. nachzuvollziehen. Während unseres Besuchs wurden wir von zwei wunderbaren jungen Männern durch das College geführt, die das Morehouse College als eine Gemeinschaft betrachteten, die sie für ihr ganzes Leben prägte. Das Gemeinschaftsgefühl war spürbar, und wir hörten eine laute Stimme, als eine große Gruppe von Männern den Slogan "Who's House? Morehouse!" sang. Es war erstaunlich zu erfahren, dass auch Samuel L. Jackson und Spike Lee an dieser Universität studiert haben.


Was uns jedoch beeindruckte, waren die Berichte der Führer darüber, dass das College oft Terroranrufe und Bombendrohungen erhält und seit seiner Gründung oft von Mitgliedern des Ku-Klux-Klans angegriffen wurde. Dies war tragisch und traumatisch zu hören. Einige von uns äußerten ihre Verwunderung darüber, warum sich Afroamerikaner so sehr beschweren und schwarze Universitäten gründen mussten. Durch den Besuch vor Ort konnten sie jedoch die Notwendigkeit und Bedeutung solcher Institutionen besser verstehen. Andere waren schockiert zu erfahren, dass schwarze Menschen nicht einmal in einer normalen Umgebung Wasser trinken durften. Eine weitere Person brachte ihre Überraschung darüber zum Ausdruck, wie Menschen in einer solchen Umgebung leben können, in der ihre Existenz gefährdet ist. Der Führer ermutigte uns in einem Monument, das von der Sonne erleuchtet wurde, die Wolken zu betrachten. Die Wolken repräsentieren die Probleme, die uns verfolgen, und die Sonnenstrahlen repräsentieren uns, diejenigen, die die Welt zum Besseren verändern wollen. Es war inspirierend, so viel Optimismus und Liebe zum Leben in einer Umgebung zu sehen, die mit Herausforderungen und Gefahren konfrontiert ist. Der Austausch ermöglichte uns einen tieferen Einblick in die Bedeutung sozialer Auswirkungen und wie sie in verschiedenen Bereichen, darunter Wirtschaft, Geisteswissenschaften und Sozialarbeit, umgesetzt werden können. Die Expertise und Erfahrungen der Teilnehmerinnen bereicherten unsere Diskussion und eröffneten neue Perspektiven für soziales Engagement und sozialen Wandel.


Los Angeles

Als Höhepunkt unseres Besuchs in Los Angeles führte uns die Reise zum Pitch Lab, wo wir die Gelegenheit hatten, uns mit Vertretern der UCLA's Black Business Student Association und des Inkubators Plug in LA auszutauschen. Dort konnten wir uns über Unternehmertum, Innovation und die Förderung schwarzer Unternehmen informieren. Anschließend hatten wir ein Rundtischgespräch mit dem Global Initiatives Council der LA Area Chamber of Commerce. Dabei konnten wir wertvolle Einblicke von erfahrenen Führungskräften gewinnen, darunter Kenneth Wengrod, den Vizepräsidenten für globalen Handel und ausländische Investitionen, Maria Salinas, die Präsidentin und CEO der LA Chamber of Commerce, Nicole Simonian, die Leiterin des Global Initiatives Council, und Brian Peck von der USC Law.


Als krönender Abschluss unseres Aufenthalts hatten wir die Möglichkeit, die Bürgermeisterin Karen Bass im Rathaus von Los Angeles zu treffen. Begeistert begaben wir uns dorthin, aber leider konnte sie aufgrund einer Lehrerdemonstration nicht anwesend sein. Stattdessen wurden wir von Curren D. Price Jr. empfangen. Ich war von seiner Art beeindruckt und respektiere die Tatsache, dass die Bürgermeisterin nicht kommen konnte, da sie gewählt wurde, um den Menschen in Los Angeles zu dienen. Sie ist bekannt für ihr Engagement, aber bei einigen Teilnehmern löste das Treffen auch Frustration aus. Einige äußerten, dass ihre Vorstellungen und Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden. In einer Diskussion, die zwei Tage nach unserer Ankunft stattfand, äußerte ein Teilnehmer, dass er Algerier sei und sich nicht mit der afroamerikanischen Geschichte identifizieren könne. Diese Gruppe fühlte sich fehl am Platz. Andere antworteten, dass er ja auch nicht schwarz sei.



Eine weitere bemerkte, dass der Fokus zu sehr auf der afroamerikanischen und nicht auf der migrantischen Community liege. Wieder andere sagten, dass sie sich als Personen mit gemischter Abstammung schwer identifizieren könnten, während wieder andere aus Afrika angaben, dass ihnen der Begriff "African descendent" oder "schwarz" als Identität fremd sei. Nach diesem Austausch fragte eine Teilnehmerin, was wir als Nächstes tun sollten. Unsere Aufgabe bestand darin, eigenständig ein Netzwerk aufzubauen. Zwei Teilnehmer aus der Gruppe aus New Orleans präsentierten ihre Idee, und es entwickelte sich eine kontroverse Diskussion. Eine andere Person meldete sich zu Wort und schlug vor, beim nächsten Mal nur Schwarze einzuladen. Darauf erwiderte jemand, dass die Frage nach "schwarz als Identität" aufkam und ob man "schwarz genug" sei. Viele waren frustriert, andere waren von den Emotionen überwältigt, und wir schlossen das Gespräch ab.

Am nächsten Tag postete ein Teilnehmer, der aus Marokko stammt, einen Walk of Fame star von Donald Trump auf seinen Social-Media-Kanälen, gefolgt von einem "Marokko First" Post. Dies löste bei mir ein Unbehagen aus, und ich fragte mich, ob ich es melden sollte. Letztendlich behielt ich es für mich und begann, über die Formung meiner eigenen Identität nachzudenken."


Unser Besuch in Los Angeles bot uns somit eine einzigartige Gelegenheit, sowohl die unternehmerische als auch die politische Seite der Stadt kennenzulernen und wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen. Es war eine inspirierende Erfahrung, die uns dazu ermutigte, unsere eigenen Ideen und Initiativen weiter voranzutreiben und einen positiven Einfluss in unserer eigenen Gemeinschaft zu erzielen. Nachdem wir in unserem schicken Hotel in Los Angeles angekommen waren, beschlossen wir, die restlichen anderthalb Tage unserer Reise damit zu verbringen, die Stadt zu erkunden. Am Nachmittag unternahmen wir individuelle Touren, und ich entschied mich, zusammen mit neun anderen Teilnehmern an einer Hollywood City Tour teilzunehmen.


Wir ließen uns von dem Glamour der Stadt begeistern, bewunderten die Villen, Pools und die berühmten Straßen von Beverly Hills. Unser Fahrer, der gleichzeitig unser Tourguide war, erzählte uns mit großer Hingabe über die Stadt, wer in den angesagten Vierteln von Beverly Hills lebt und wo die Stars ihre Zeit verbringen. Diese Tour führte uns durch Hollywood, West Hollywood und Beverly Hills. Wir sahen die Drehorte von Filmen wie "La La Land", "Pretty Woman", "Sister Act" und vielen anderen. Wir bewunderten die prächtigen Häuser von Arnold Schwarzenegger und Katy Perry sowie vieler anderer Stars. Was mich jedoch beeindruckte, war, wie die Stars wie Götter verehrt wurden und sich alles um sie drehte. Die Stadt der Stars verblasst jedoch, da viele von ihnen während der Corona-Pandemie wegziehen und viele Filmstudios umziehen. Bedauerlicherweise erzählte uns unser Tourguide, dass die Stadt darunter leidet. Er zeigte uns zwei Frauen und sagte abfällig, dass wir von einer von ihnen kein Bild machen sollten, da sie nur eine reguläre wohlhabende Frau und kein Star sei. Das hat mich nachdenklich gestimmt, und er erklärte uns, dass jeder danach strebt, erfolgreich zu werden. Die Kehrseite dieser Stadt ist jedoch, dass sie eine der höchsten Obdachlosenraten in den USA hat. Am nächsten Tag entschied ich mich, mir die Stadt abseits des Glamours anzuschauen. Ich nahm einen Bus und sah, wie prekär das Leben für einige Menschen sein kann. Ich wurde mit der traurigen Realität konfrontiert, als ich Straßen voller obdachloser Menschen, Müll und Schmutz sah. Es war ein ganz anderes Bild im Vergleich zu dem, was wir am Vortag erlebt hatten. Während meiner Erkundung stieß ich auf einen Beitrag über den Black Flea Market, der von den Kids of Immigrants organisiert wurde. Ich führ hin, die Stimmung, der Look und alles waren so einzigartig, aber ich musste weiter, denn mein Flug ging bereits in vier Stunden.


Insgesamt war die Teilnahme am Leaders Lead On-Demand-Programm eine bereichernde Erfahrung. Es ermöglichte uns, neue Partnerschaften zu knüpfen, Freundschaften mit Menschen aus verschiedenen Ländern wie Peru, Kolumbien, Tansania, den USA, Brasilien, Spanien, Japan und anderen Nationen aufzubauen und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl unter den Teilnehmern zu entwickeln. Besonders beeindruckend war die interaktive Natur des Programms, die es uns ermöglichte, Geschichten auszutauschen, Erfahrungen und bewährte Praktiken weiterzugeben, gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren und uns mit anderen sozialen Unternehmern aus der ganzen Welt zu vernetzen. Das Programm bot auch wertvolle Ressourcen und Werkzeuge über seine Online-Plattform, um soziale Unternehmer dabei zu unterstützen, ihre Prinzipien, Praktiken und Werte in ihren jeweiligen Ländern umzusetzen.



Es gab jedoch auch Herausforderungen und Frustrationen während des Programms. Einige Teilnehmer hatten unterschiedliche Vorstellungen von Identität, was den Austausch schwierig machte. Die Planung einiger interaktiver Kurse ließ zu wünschen übrig, was zu weiterer Frustration führte. Für zukünftige Programme sollten möglicherweise mehr soziale Kompetenzen vermittelt und eine bessere Planung gewährleistet werden, um diese Frustrationen zu vermeiden. Persönlich war der Besuch des Martin Luther King Jr. Parks in Atlanta und der Morehouse University ein Höhepunkt der Reise für mich. Ich hatte viele schöne Momente mit der Gruppe und habe wahre Freunde fürs Leben gefunden. Eine der größten Herausforderungen als Teammitglied waren die unterschiedlichen politischen und ideologischen Ansichten der Teilnehmer. Dies brachte zwar Vielfalt und Wissen mit sich, führte jedoch auch zu Diskussionen. Die Teilnahme an diesem Programm hat mich dazu inspiriert, meine unternehmerischen Aktivitäten weiter auszubauen und Menschen afrikanischer Abstammung weltweit mit Reisen zu verbinden. Mein Bild von den Vereinigten Staaten hat sich im Laufe des Programms verändert. Ich habe die psychische Gewalt erfahren, der schwarze Menschen seit über 400 Jahren ausgesetzt sind, und wie sie sich nicht nur institutionell, sondern auch über Generationen hinweg fortsetzt. Das Land bietet viele Möglichkeiten, hat aber auch seine Abgründe. Ich wurde positiv überrascht von der Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen vor Ort, die bereit waren, ihre Geschichten und Netzwerke zu teilen. Ich habe viele schöne Momente erlebt und plane definitiv, in Zukunft zurückzukehren.


Für ähnliche Programme in der Zukunft wünsche ich mir, dass sie weiterhin die Möglichkeit bieten, neue Partnerschaften und Freundschaften zu schließen, ein starkes Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und den interaktiven Austausch zu fördern. Zusätzlich sollten mehr Ressourcen und Werkzeuge bereitgestellt werden, um soziale Unternehmer in ihren jeweiligen Ländern zu unterstützen.


Danke US-Botschaft Berlin und World Learning!


Miriam Fisshaye



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